Pantheismus, Atheismus und Brights

Was ist ein Bright?
* Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen Weltbild.
* Das Weltbild eines Bright ist frei von übernatürlichen und mystischen Elementen.
* Die Ethik und Handlungen eines Bright basieren auf einem naturalistischen Weltbild.

Atheisten können Brights sein, müssen aber nicht. Auch Pantheisten können Brights sein. Die Frage ist einzig, wie stark eine Person Schindluder mit dem Begriff Gott treibt. Definiert man Gott als übernatürliches Wesen, dann kann ein Bright nicht an Gott glauben. Bezeichnet man hingegen das Universum, Dunkle Energie, die Natur oder seine Freundin als Göttin, resp. Gott, dann kann auch ein Bright von der Schönheit von Gott sprechen und ihn verehren, ohne dass er dabei an übernatürliche Wesensheiten glauben muss. Einstein war ein Pantheist, gleichzeitig aber ein Atheist, für ihn war Gott nicht biblisch, sondern das Universum selbst.

Pantheismus, Atheismus und Brights sind also 3 Begriffe, die sich überschneiden. Auch wenn manch ein Katholik nicht begreifen mag1, dass Einstein ein Atheist war und auch Atheisten einen Gott oder eine Göttin haben können. Abhängig davon, ob sie Gott als Metapher begreifen oder nicht.

  1. kreuz.net - Schämen sich die Gottlosen ihrer Gottlosigkeit? (via brightsblog) []

Die Orwell Diaries haben begonnen

Orwell bloggt.

Das heisst, er schrieb zu seinen Lebzeiten Tagebücher, diese werden nun von The Orwell Prize in Zusammenarbeit mit Orwell Trust, Political Quarterly und Media Standards Trust auf einem Blog veröffentlicht. Begonnen hat der Blog am 9. August. Enden wird er im Oktober 2012. Momentan sind auf dem Blog Tagebucheinträge mit häuslichem, resp. gärtnerisch-naturliebhaberischem Charakter. Poltik gibt es ab 7. September dort zu lesen.

The Orwell Prize, Britain’s pre-eminent prize for political writing, is publishing George Orwell’s diaries as a blog. From 9th August 2008, Orwell’s domestic and political diaries (from 9th August 1938 until October 1942) will be posted in real-time, exactly 70 years after the entries were written.

Orwell’s ‘domestic’ diaries begin on 9th August 1938/2008; his ‘political’ diaries (which are further categorised as ‘Morocco’, ‘Pre-war’ and ‘Wartime’) begin on 7th September 1938/2008.1

  1. Orwell Diaries - About []

Botellón, mündige Bürger & Littering

Seit ein 17-jähriger KV-Lehrling aus Fällanden vor einigen Tagen auf der Plattform des Internet-Netzwerks Facebook einen Aufruf placiert hat, am 29. August um 21 Uhr auf der Chinawiese, wie er sie nennt, mit einem «botellón» das neue Schuljahr einzuläuten, ist das spanische Wort auf fast allen Medienkanälen präsent. Das Phänomen des organisierten Massenbesäufnisses, um das es geht, beschäftigt auch eine breite Öffentlichkeit, wie sich unter anderem aus der ungewöhnlich hohen Zahl an Kommentaren auf News-Portalen ableiten lässt. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Von der Freiheit, sich ins Koma trinken zu dürfen, über den Einwand, für die Kosten müsse dann die Öffentlichkeit geradestehen, bis zum Hinweis auf die Verluderung der Jugend ist fast alles zu finden.
[...]
Manchmal müssten Jugendliche eben auch vor sich selber geschützt werden. Mit welchen polizeilichen Mitteln ein «botellón» allenfalls verhindert werden soll, ist zurzeit noch offen. Stadträtin Maurer weist darauf hin, dass derartige Auswüchse nicht ein polizeiliches, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Problem seien. Wenn den jungen Leuten nichts anderes mehr einfalle, als sich gemeinsam zu betrinken, bereite ihr das Sorgen.1

Ich sehe nicht, wieso es schlimmer ist, wenn sich Leute zu tausenden miteinander, anstatt alleine oder in kleineren Grüppchen besaufen. Ich sehe ebenso wenig, wieso man Botellóns verbieten will, während Turn- und Schützenfeste gar von Bundesräten besucht und verteidigt werden. Des weiteren finde ich es bedenklich, wenn man jungen Erwachsenen oder alten Jugendlichen das Trinken verbieten will, während niemand ein Wort über die alten Säufer an oben genannten Festen verliert. Sind 60-Jährige mündiger als 20-Jährige?

Darüber hinaus hat ein Jeder das alleinige Bestimmungsrecht über seinen Körper. Ich befürworte Massenbesäufnisse keineswegs, aber wer sich betrinken will, der darf das. Sonst müssen wir konsequent sein und die Prohibition wieder einführen. Dieses Mal inklusive Tabak, Messwein und fett- und zuckerhaltigen Speisen. Die Prohibition würde natürlich keine Probleme lösen, aber darum geht’s ja auch bei botellón-Verboten nicht. Vordergründig vielleicht, hintergründig sieht man die Nutzlosigkeit dieses Verbotes.

Junge Leute haben wohl schon seit Jahrtausenden mit Rauschmitteln hantiert und sich bewusstlos getrunken, geraucht, whatever. Die Jugend verludert schon seit Anbeginn der menschlichen Spezies. Wobei es fast schon erstaunlich ist, dass in der heutigen politisch korrekten Ära Mädchen als Luder bezeichnet werden. Auch Esther Maurer entstammt einer Generation, der in der Jugend nichts besseres eingefallen sei, als sich in Gruppen dem Drogenkonsum hinzugeben. Vielleicht war sie gar in einer der berüchtigten Studentenverbindungen. Hat sie damals verlangt, vor sich selbst beschützt zu werden? Wohl nicht, trotz der grassierenden Verbotssucht beschneiden viele ihre eigene Freiheit ungerne. Die der andern dafür umso lieber.

Das einzige Problem an diesen botellóns wären die Putzkosten? Ein Massenbesäufnis geht kaum ohne Littering. Aber genauso dürfte dies an der Basler Fasnacht sein. Wollen wir diese verbieten, bloss weil die Allgemeinheit dann für die Kosten der Räumung tausender Konfettiflocken aufkommen muss?

Einmal mehr zerbricht sich die halbe Gesellschaft und der Grossteil der politischen Amtsinhaber den Kopf ob einem Problem, das so imaginär ist wie Flaschengeister.

  1. nzz - Stadt Zürich will Massenbesäufnis verhindern []

Hirnwäsche oder blinder Glauben

Javon Thompson starb nach zwei Tagen ohne Wasser und Nahrung. Der Einjährige sagte nach dem Essen nicht Amen. Seine Mutter Ria Ramkissoon und die anderen Mitglieder der christlichen Sekte 1 Mind Ministries (Die von “Queen Antoinette” geleitet wird.) beteten danach für seine Wiederauferstehung. Bewirkte natürlich überhaupt nichts.

Ein fürchterlicher Fall. Kein Einzelfall leider. Der Kult muss sich nun vor Gericht wegen vorsätzlichem Mord verantworten.

Rias Mutter hält ihre Tochter jedoch für unschuldig. Queen Antoinette habe sie einer Hirnwäsche unterzogen.

Mit den Worten von LisaJ:

I have a really hard time swallowing the brainwashing excuse as justifying your active involvement in your child’s murder. And besides, even if her supposed brainwashing is really at fault here, someone this stupid to allow someone to talk her into effectively killing her child, under the guise of god, should be put away where she is no longer a danger to herself or anyone else.

This disturbing story highlights perfectly the dangers that society faces for teaching people to believe in whatever god they’re confronted with, instead of thinking for themselves.1

  1. Pharyngula - “Brainwashed” by god into killing her child []

Verbotssucht

Verbote sind gut, sie sind wirklich gut, in den meisten Fällen sind sie aber einfach nur schlecht.

In diesen Jahren hat sich eine gewisse Verbotssucht etabliert. Das Bedürfnis, alle möglichen Dinge per Gesetz zu verbieten. Ein Politiker muss nicht einmal beweisen, dass ein Verbot irgendwelche positiven Auswirkungen hat, es muss bloss gut klingen. Wie zum Beispiel Rassismusverbot. Oder Rauchverbot. Oder Killergamesverbot. Oder Drogenverbot. Sehr viele Leute halten diese Verbote für gut. Weil sie die Dinge, die verboten werden sollen/sind, nicht mögen. Doch das ist der schlechteste Grund, etwas zu verbieten. Den mit derselben Gründe könnte man Gummibärchen oder lila Haare verbieten.

Niemand hinterfragt Verbote mehr. Klingen sie gut, werden sie beklatscht. Und spricht man sie gegen ein Verbot aus, so denkt jedermann automatisch, man befürworte die zu verbietende Sache. Jemand, der für eine konsequente Meinungsfreiheit ist und somit gegen ein Rassismusverbot, gilt innert Sekundenschnelle als Rassist. Obwohl er ebenso gegen Rassismus ist wie die Befürworter eines Verbotes.

Diese Verbotssucht führt zu einer gefährlichen geistigen Faulheit. Verbote werden nicht hinterfragt und durchgedacht, sondern durchgewunken, als wären all diesen Leuten ihre Freiheit so unangenehm wie Kaugummi, der an der Schuhsohle klebt.

Mit der zunehmenden Regelung des Privatslebens der Bürger wird ein paternalistischer Staat geformt, der den Bürger nicht nur das Denken abnimmt, sondern zugleich Verantwortungsbewusstsein, Solidarität, Freiheit und ihr Geld.

Weder wird über Sinn neuer und alter Gesetze gründlich nachgedacht, noch zeigen die Bürger Verantwortung für ihr Leben, ihr Handeln und ihre Mitmenschen, da der Staat solch schwierige Entscheidungen wie die Wahl zwischen einer Tafel Schokolade und einer Karotte oder zwischen Betrunkenheit oder Nüchternheit abnimmt und strikte Vorschriften erlässt, noch zeigen sie Solidarität, da der Staat ihnen auch die abnimmt und sie somit selbstzufrieden auf der Couch Chips mampfen können (”Wieso soll ich mich gegen Rassismus aussprechen, wir haben ja Gesetze ‘für.” “Was will ich den Armen helfen, die haben ja staatliche Fürsorge und all das.”).

Als wäre all das nicht genug, kastrieren wir noch den freien Markt, was den Staat weiter aufbläht und die Unzufriedenheit der Leute steigert, da das freie Unternehmertum beschnitten wird und der Wohlstand als Folge davon sinkt. Noch mehr Gesetze und noch mehr Unfreiheit sind die äusserst unangenehmen Folgen.

Und die Junkies machen weiter wie zuvor.

Südossetien und Sezession

Ich wollte mich zum georgisch-russisch-südossetischen Konflikt eigentlich nicht äussern, aber nun habe ich doch noch einen Kommentar gefunden, der mir zusagt:

Für mich steht ausser Frage, dass Südossetien unabhängig sein können sollte, wenn die Menschen dort das wollen. Aber das wird es mit diesem Nachbarn Russland mindestens genauso wenig sein, wie mit Georgischen Truppen im Land.
[...]
Insgesamt finde ich die Frage, wer der Böse und wer der Gute ist, wer angefangen hat und wer Schuld hat aber viel nebensächlicher, als man aufgrund verschiedener Stimmen pro oder contra der einen oder anderen Seite im ersten Moment meinen könnte.
.
Verloren haben die Menschen in Südossetien. Viele ihr Leben, noch mehr ihr Zuhause. Schuld daran haben, ganz wertneutral ausgedrückt, große politische Machtapparate. Der ganze Konflikt dreht sich um “staatliche Interessen”, wie sie nur Regierungen formulieren können - der normalen Russe oder der normalen Georgier hat keine Vorteile davon, wenn sein Land um 3900 Quadratkilometer und 75.000 Einwohner größer ist.1

  1. Filterblog - Ein Krieg gegen Menschen []

Buchpreisbindung vs. Liberalismus

Mit dem Ende der Preisbindung sind etliche Bücher billiger geworden - aber längst nicht alle. Das besagt eine neue Studie. Jetzt muss die Politik klären, ob sie zu Fixpreisen zurück will.1

Die Diskussion um die Vor- und Nachteile der Buchpreisbindung dreht sich weiter. Doch genau hier liegt der Fehler. Man braucht nicht auszurechnen, wer wie viel Geld unter welchen Bedingungen bei einer Wiedereinführung verdienen könnte. (Abgesehen von der Unmöglichkeit dieses Vorhabens.)

Es geht um Freiheit.

  1. tagesanzeiger - Gerangel um Buchpreise geht in entscheidende Runde []

Bundesräte und Puddingköpfe

Der angeschlagene Verteidigungsminister müsse vom Bundesrat gestützt werden, findet Couchepin. Es habe diesen Sommer «einen öffentlichen Toten und den Versuch eines zweiten Mordes - an Herrn Schmid und der Verteidigungspolitik des Bundesrats» gegeben. Dieser zweite Mordversuch sei Gott sei Dank nicht gelungen.1

Es reicht. Der Bundesrat soll vom Volk gewählt werden. Diese ewige Kumpanei und Paktiererei, das Schmieden von Komplotten und die Sesselhockerei soll endlich eine Ende nehmen. Wählen wir die Bundesräte, die wir wollen und schmeissen sie wieder raus, wenn’s an der Zeit ist.

  1. tagesanzeiger - Couchepin: «Schmid muss sich nicht rechtfertigen» []

Der Freisinn wird libertär

(Leider nicht.)

Das Siechtum der FDP erkennt man daran, dass ihr momentan grösstes Problem ist, ob sie sich nun Freisinnig-Demokratische Partei oder Freisinnig-Liberale Partei nennen wollen.1

Ich würde vorschlagen: Werdet wieder zu einer Partei, die Liberalismus konsequent vertritt, dann erledigt sich die Suche nach einem Namen von selbst. Anders ausgedrückt: Eine Prise Libertarismus hat dem Freisinn noch nie geschadet.

  1. nzz - Das «FDP» der Freisinnigen soll sanft entschlafen []